Fugen im Sanitärbereich

Im Sanitärbereich gibt es diverse Merkblätter und Richtlinien für die Fugenausbildung, bspw. die IVD - Merkblätter `Konstruktive Ausführung und Abdichtung von Fugen in Sanitärräumen` oder `Konstruktive Ausführung und Verarbeitung von Fugen im Nassbereich`.

In Räumen, die mit Fliesen bekleidet werden, ist es wichtig, erforderliche Bewegungsfugen rechtzeitig einzuplanen und fachgerecht auszuführen. Je nach der zu erwartenden Bewegung werden der Fugendichtstoff und die Fugenabdichtung eingesetzt. Die Abmessungen der Fugen ergeben sich aus der zu erwartenden mechanischen und thermischen Belastung der verwendeten Baustoffe. Dabei werden vom Planer Temperaturdifferenzen als Grundlage zur Berechnung festgelegt. Die Gesamtverformung eines Fugendichtstoffes aus Stauchung und Dehnung in Bezug auf die Fugenbreite darf je nach Dichtstoffart maximal 20 - 25 % betragen.

Fugen im Nassbereich sind Wartungsfugen. Durch chemische, biologische und mechanische Beanspruchungen belastet, müssen die Fugen regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden um Folgeschäden zu vermeiden. Zu den Wartungsfugen zählen bspw. auch Dehnungsfugen in Schwimmbädern.


Silikon - Fugendichtstoffe

Die Einkomponenten-Dichtungsmasse muss gut zu Verarbeiten sein, gute Abdichtungseigenschaften haben und (möglichst) dauerelastisch sein, um Bewegungen aus dem Untergrund oder dem Bauteil aufzunehmen. Im Sanitärbereich ist wegen der zu erwartenden Reinigungs- und Pflegemitteln eine hohe Chemikalienbeständigkeit wichtig. Acetatvernetzende Systeme haften gut auf allen keramischen Belägen. Silikone für den Sanitärbereich sind in der Regel pilz- und schimmelhemmend. Silikone gibt es als Acetat-, Aminoxy-, Oxim-, Benzamid- und Alkoxisysteme. Das bekannte Acetatsystem spaltet beim Aushärten Essigsäure ab.


Hinterfüllmaterial

Nicht nur im Sanitärbereich, sondern auch bei anderen Fugen im Innen- und Außenbereich kommen Materialien zum Hinterfüllen von Fugen zum Einsatz. An das sogenannte Hinterfüllmaterial werden besondere Anforderungen gestellt. Es wird in Dehn- und Anschlussfugen sowie in Profilglasabdichtungen verwendet, dimensioniert die genaue Fugentiefe, verhindert eine Dreiflächenhaftung und die Bildung von Dreiecksfugen beim Einsatz von spritzbaren Dichtstoffen. Das Hinterfüllmaterial muss, wenn es eingebaut ist, beim Einbringen und Glätten des Fugendichtstoffes genügend Widerstand leisten. Dazu muss der Durchmesser ¼ bis ½ größer sein als die Fugenbreite.

Im Handel gibt es bspw. Rundschnüre aus geschlossenzelligem, extrudiertem Polyethylen-Schaum, welche kein Wasser aufnehmen. Dieses Hinterfüllmaterial muss ausreichend fest und gleichmäßig tief eingebaut werden.